Madeira #2

Der Tag begann in Câmara de Lobos, dem Ort, in dem Bananenstauden hinter Stacheldraht wachsen. (Zu recht. Sonst hätte ich welche klauen müssen, denn ich habe mich doch arg in madeirianische Bananen verliebt.)
Câmara de Lobos ist ein kleines Fischerdorf, in dessen Bucht bunte, kleine traditionelle Fischerboote liegen. Laut Reiseführer sind allerdings die letzten Tage der Fischerboote gezählt. Ohne moderne Technik können die Fischer nämlich nicht aufs offene Meer hinaus fahren und müssen in Küstennähe fischen. Die ist aber stark überfischt, weswegen es sich kaum noch lohnt.
Winston Churchill mochte Câmara de Lobos sehr gern und hat das bunte Fischerdorf von seinem bekannten Aussichtsplatz an der Ortseinfahrt sogar gemalt.

Sehr komisch fand ich, dass allmählich die Weihnachtsdeko an Ort und Stelle gebracht wurde. Lampen wurden aufgehangen, Weihnachtsbäume wurden aufgestellt, Weihnachtsmänner mit dicken Bäuchen standen im Hotel herum. Und das bei teilweise strahlendem Sonnenschein und Palmen. Hier habe ich besonders gemerkt, dass Weihnachtsstimmung im Süden nicht funktioniert. Auch wenn es auf der Insel ziemlich coole Piratenschiffe gibt, muss Weihnachten im Norden gefeiert werden.

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Zweiter Stopp war beim Cabo Girão (Kap der Umkehr), was gleichzeitig die höchste Steilklippe der EU ist. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Seilbahn, die hinunter zur Faja führt, wo Bauern ihre Felder angelegt haben. Sogenannte Fajas sind flache Küstenstreifen, die durch herabrutschendes Erdreich entstanden sind und wegen ihres vulkanischen Bodens sehr fruchtbar sind. Früher waren die Fajas größtenteils nur über den Seeweg erreichbar. Heute gibt es die Seilbahnen, mit denen auch Touristen in die Tiefe fahren können.
Auf dem höchsten Punkt des Cabo Girãos gibt es eine Aussichtsplattform, die gleichzeitig eine Touristenattraktion ist, da man durch eine Glasscheibe hinterschauen kann.

Als nächstes besuchten wir den Ort Ponta do Sol. Dort haben wir nach einem Spaziergang im Ort und einem Mittagessen im Strandcafé gezwungenermaßen ein nettes kleines „Souvenir“ „gekauft“. (Strafzettel bezahlt man auf Madeira übrigens ganz bequem mit einem Code und per Kreditkarte im Internet.)

Weiter ging es nach Jardim do Mar, einem kleinen Fischerdorf, in dem früher auch Zuckerrohr angebaut wurde. Östlich des Ortes stehen die Überbleibsel einer Zuckermühle. Der Ortskern kann nicht mit dem Auto erreicht werden, da die Gassen schlichtweg zu schmal für Autos sind. Das Auto stellt man also auf einem Parkplatz davor ab.
Wie so häufig auf Madeira begegneten uns auch in Jardim do Mar einige Katzen, die sich vor meine Kameralinse schlichen.

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Den frühen Abend inklusive Sonnenuntergang verbrachten wir am Farol (Leuchtturm) von Ponta do Pargo, was für nettes Licht sorgte. Die Sonne geht im November auf Madeira übrigens etwas nach 18 Uhr unter. Ponta do Pargo liegt im westlichen Zipfel der Insel.

2 thoughts on “Madeira #2

  1. Hm, nun finde ich die Kommentarfunktion für „Madeira#3“ nicht mehr….
    Wie schön, wieder von Dir zu lesen und ach ja, der Bericht und die tollen Fotos bergen herrlichen Erinnerungen, seufz…
    Korbstuhlfahren haben wir nicht gemacht, Ihr? Die kamen mir (damals) zu schmuddelig vor, aber das kann sich ja in den Jahrzehnten danach geändert haben.
    Liebe Grüße INGRID (bis hoffentlich bald bei Dir mit neuem Bericht)

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